Freitag, 11. Januar 2013

Meine Freitagsfrage - mein Freitagsfüller

Warum darf ich nicht Steppdecke sagen?


O.k. - ich stand dabei vor einem Quilt einer namhaften Künstlerin in der Ausstellung  "Nancy Crow + Color Improvisations" - nicht vor diesem Quilt - den habe nur mal als Beispiel eingefügt - einem der anderen Quilts - fast alle mit sehr dichten "Nahtlinien" versehen.
Birgit hat ja schon sehr anschaulich beschrieben wie unsere Führung - nannte sich übrigens "Bildungshunger" - am Sonntag verlief! ;-)

Zurück zum Thema.
Also ein Herr neben mir wollte den Unterschied zwischen Patchwork und Quilt wissen.
Ich etwas ausgeholt und erst das Patchen kurz erklärt und dann:
" ... wenn die 3 Lagen durch Stiche zusammen gesteppt werden haben sie einen Steppdecke - b.z.w. einen Quilt!"

Und ich merke wie die Damen neben mir bei dem Wort Steppdecke  zusammenzucken ...




 Und dann fiel ich die Woche im www noch über solche Aussage/n:
" ... nur gesteppt und keine richtige Quiltarbeit. ...

Warum nur gesteppt??? 
Laut Wikipedia ist quilten eigentlich doch nur das englische Wort für steppen! Oder?
Ein Quilt (engl. quilt „Steppdecke“, „steppen“) ist eine vielseitig verwendbare Zierdecke, die als Tagesdecke dienen kann, aber sich z.B. auch als Wandteppich eignet. Die Decke besteht aus mindestens zwei, in der Regel aus drei Lagen.

Wir haben im Kurs 2006 bei Carol Olsen gelernt, dass es legitim ist bei geraden Linien den Obertransporteur zu benutzen - Straight-line- quilting can be done with the walking foot!


Man/frau möge dabei aber nicht die Arbeit des Wenden und Drehens beim Absteppen unterschätzen  -  musste da bei "Meiner kunterbunten Steppdecke" ganz schön ackern - da hat man/frau auch mal fast die ganze Menge Quilt rechts unter dem Arm/Nähmaschinenarm!



So - Feuer frei für Eure Meinung dazu!
Ich geh dann mal das Gesteppte von meinem HH²-Rest überquilten - soll Mauerwerk werden - hoffentlich schaut hier kein Polier vorbei und lacht sich über meinen Mauerwerksverband tot! 

Ein nähreiches und gutes Wochenende wünscht Euch
Jutta

Kommentare:

  1. Hallo und Guten Morgen (oder schon Mittag?),
    da hast Du ja mal wieder ne Fleißarbeit vor Dir!!!! Bin schon gespannt drauf!
    Und apropos "steppen"....Du weißt doch dass alles englische "toller und besser" klingt.....daher werden wohl die echten Künstlerinnen immer nur "quilten" sagen *g*.....wenn es auch auf dasselbe raus kommt. Auf jeden Fall verstehen "steppen" auch Leute, die davon sonst keine Ahnung haben.
    LG Margit
    ...ich geh jetzt "weiterquilten" *kicher*

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  2. Moin Jutta und Danke für den "Erklärbär". Ich habe nämlich auch keine Ahnung davon, bin aber oft genug begeistert was ihr da zaubert/steppt/quiltet. :)

    Was mir jedesmal unklar ist, wenn ich so übergrosse Arbeiten sehe ... wie bekommt man das gesteppt?
    Du schreibst zwar das Du teilweise alles durch die rechte Seite schiebst, aber das würde beim besten Willen nicht bei meiner Maschine (W6 N 3300) durchpassen. Da war der Durchlass bereits beim vernähen der Maschinentransporttasche verstopft.
    Gibt es da einen Trick wie man die Stofflagen noch enger zusammendrehen/-falten kann, oder habt ihr ganz besondere Maschinen?

    Oder ... ich ahne es ... näht man eine Bahn, steppt diese ersteinmal und näht dann die nächste Bahn an?

    Ein gutes und schönes 2013 wünschend,
    der Micha

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    1. "Gibt es da einen Trick wie man die Stofflagen noch enger zusammendrehen/-falten kann, oder habt ihr ganz besondere Maschinen?"
      Hallo Micha!
      Jein - nicht wirklich! Ich habe eine Bernina mit ganz normalem Durchlass - gibt schon neuere mit größerem Durchlass. Ich drehe die Rolle so eng auf wie mir möglich - Quilts sind ja eher weich und nicht so steif wie Taschen - und sichere diese mit Sicherheitsnadeln, links baue ich mir das Bügelbrett so auf, dass ich da zusätzlich zum großen Anschiebetisch möglich viel ablagern kann. Und dann stöhne und fluche ich dabei, dass ich das nie wieder mit einem so großen Quiltteil machen will.
      Aber immer wenn ich gerade am "Durchwürgen" bin fehlt mir die Hand zum Knipsen - sorry!
      Meistens vergesse ich das dann wieder - manchmal denke ich dran und arbeite gleich in Bahnen so wie hier:
      http://faulengraben.blogspot.de/2008/03/quilting.html

      Deswegen steppe/quilte ich ja so gern gut händelbare Tischläufer! ;-)
      LG Jutta

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  3. Hallo,
    also ich bin auch der gleichen Meinung wie Margit. Es wird ja mittlerweile sehr viel englisch gesagt, obwohl es dann viele gar nicht verstehen. Für mich ist Steppen das gleiche wie Quilten nur eben deutsch.
    Ich mach mich jetzt auch ans´ "Patchen" und dann "Quilten":)
    Ein schönes Wochenende
    Grüße Eva

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  4. Ich find Steppdecke vollkommen ok.
    Nenn ihn Lappen, wenn er mir gefällt, gut aussieht und vielleicht noch kuschelig ist, soll es mir doch egal sein.

    Schon Romeo sagte : "Was uns Rose heisst, wie es auch hiesse, würde lieblich durfen"

    ;-))))))

    Liebe Grüße, Ania

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  5. Hallo Jutta,
    klar, dass viele Leute- vor allem ältere Menschen- bei "Steppdecken" zusammenzucken, waren das doch meistens diese Plastikdecken mit gerüschtem Rand, die frau über die Ehebetten ausbreitete. Ich glaube, das änderte sich erst, als aus Zeitgründen das Bettenmachen auf ein kräftges Aufschütteln und Zimmer lüften reduziert wurde, als berufstätige Familienfrau muss frau Prioritäten setzen, wenn der Alltag klappen soll. Ich mag beide Wörter für das Verbinden der zwei oder drei Lagen, sowohl quilten als auch steppen. Irgendwie käme ich nur nie auf die Idee, das als nähen zu bezeichnen, nähen scheint mir einfach kein adäquater Fachbegriff für Steppen oder Quilten zu sein, letztere sehe ich allerdings als gleichwertig an. Und Margit hat schon Recht: Steppen verstehen auch Quitunerfahrene.
    Und ich probiere nachher mal, ob frau auch "Polarvide" vom Schweden als Vlieseinlage eines Quilts verwenden kann, "Irma" gibt es nämlich nicht mehr.
    Liebe Grüße
    Beate

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  6. Ich finde "Steppdecke" auch nicht schlimm. Mein allererster großer Bettquilt, auf den ich sehr stolz war, wurde von einem Bekannten als "Flickenteppich" bezeichnet. Da hab ich allerdings auch erstmal geschluckt. (Inzwischen weiß er es besser...)
    ;-P

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  7. Hallo Jutta,
    und wenn sie's Wrxtrpppyrtz nennen würden, bleibts doch eine gesteppte Decke und somit eine Steppdecke! Und wie schön oder nicht,bleibt dem Betrachter überlassen *g*
    Wenn mir ein großes Fragenzeichen entgegenschlägt bei der Frage, was das denn ist,ein Quilt, sage ich auch: eine Steppdecke.
    Happy Weekend :o) Doris

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  8. Wir hatten eine Steppdecke.(Quilt?) Diese hatten meine Großeltern in Berlin(meine Mutter und ich wohnten bei ihnen)irgendwann nach dem Krieg als Care-Paket aus Amerika bekommen. Sie war rostrot und hat mich durch meine Kindheit begleitet. Bei uns hieß sie nur Steppdecke.
    Was tun wir denn an der Nähmaschine? Wir steppen das mal schnell durch. Der Name "Quilt" hat sich bei uns eben eingebürgert wie das Wort "Restaurant". Ich darf ja auch nicht mehr die Nachrichten schauen, das sind jetzt die News in manchen Programmen.
    Ich werde aber morgen an meinem Flickwerk weiterarbeiten, damit es mal eine schöne Steppdecke wird mit dem Namen Schmuckschachtel.
    Liebe Grüße
    Elke

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  9. Hallo Jutta, klar kann ein Quilt eine Steppdecke sein :D allerdings unterscheide ich zwischen geraden Quiltnähten, und freihand gequilteten Mustern. Letzteres geht meistens über eine Steppdecke hinaus, da die Muster nicht nur zur Lagenverbindung dienen. Aber im Prinzip...
    Mich amüsiert das immer ein bisschen, dass sich Leute über Begriffe ereifern können. Da halte ich es wie Romeo ;-)
    Liebe Grüsse

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  10. Ich finde frau darf Steppdecke sagen. Es kommt halt auf den Ton an und zur Erklärung für Fachfremde ist das absolut in Ordnung! Muss sich ja nicht jeder mit dem enlischen/amerikanischen auseinandersetzen. Ich wehre mich gegen "Steppdecke" nur, wenn es bewußt abwertend, belächelnd, geringschätzend geäußert wird.

    In diesem Sinne:
    frohes Flickerl zsammsetzn und steppen!

    sonnige Grüße
    Gudrun

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